Klaus D. Peter

                           HNO-Arztpraxis und Plastische Operationen

 

Hier sehen Sie die beiden etwa 18 mm langen "Ohrsteine" oder "Otolithen" des Tiefsee-Rotbarsches. Bei Fischen haben die Ohrsteine eine Art Gehörfunktion. Auch der Mensch hat Ohrsteine, die allerdings mit 0,005 mm sehr viel kleiner sind. Dafür haben wir viele Tausend davon. Beim Menschen dienen die Ohrsteine ausschließlich der Gleichgewichtsempfindung. Wenn die Funktion der Ohrsteine  im Innenohr gestört ist, weil sie sich aus ihrer natürlichen Position  gelöst haben, entsteht eine der häufigsten Schwindelformen des Menschen: der gutartige Lagerungsschwindel.

Typisch für den gutartigen Lagerungsschwindel  (der Arzt sagt auch "benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel" oder "Otolithenschwindel") ist  ein nach Körperwendung im Liegen, Hinlegen oder Blick nach oben oder hinten ausgelöster heftiger Schwindelanfall. Der Schwindel dauert wenige Sekunden und hat nichts mit dem Kreislaufschwindel zu tun, für den Beschwerden beim Aufrichten typisch sind. Der gutartige Lagerungsschwindel ist kein Zeichen einer bösartigen Nervenerkrankung und verschwindet auch ohne Behandlung  nach einigen Wochen meist von selbst. Da der Otolithenschwindel durch die im Gleichgewichtsorgan unkontrolliert in Bewegung geratene Otolithen ausgelöst wird, kann man den Schwindel durch eine Abfolge von Bewegungen und Körperlagerungen behandeln, mit denen diese Ohrsteine in eine unschädliche Ruheposition gebracht werden.  Der HNO-Facharzt kann Ihnen diese Übungen zeigen, sie sind unter anderem auch hier auf der Internetseite der Universität München beschrieben.