Klaus D. Peter

HNO-Arztpraxis und Plastische Operationen, Gummersbach

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   Was ist eine Hausstauballergie? 

Hausstaub hat viele Bestandteile, gegen die Sie allergisch sein können: Textilfasern, Tierhaare, Hautschuppen, Pilze, Pollen und Hausstaubmilben. Die meisten Hausstauballergiker sind gegen die Ausscheidungen der Hausstaubmilben allergisch, andere z.B. gegen Pilzsporen.  Die Hausstaubmilben ernähren sich von Hautschuppen (der Mensch verliert pro Jahr ein halbes Kilo davon!) und leben hauptsächlich in Bettwäsche, Matratzen, Polstermöbeln und Teppichen. Man hat festgestellt, daß ein Kopfkisseninhalt nach 2 Jahren zu 10% aus toten Milben und deren Ausscheidungen besteht. Deshalb kann eine Neuanschaffung des Kopfkissens schon vielen Hausstauballergikern sofort Besserung verschaffen. Federkissen enthalten häufiger Milben als Kunstfaserkissen. Hausstaubmilben sind mit bloßem Auge nicht sichtbar, sie benötigen (ebenso wie Pilze) eine hohe Luftfeuchtigkeit. Über 1500 m Höhe gibt es keine Hausstaubmilben.

Was sind die typischen Beschwerden? 

Hausstauballergiker können Husten, Atembeschwerden, Schnupfen, Niesen und Augenjucken haben. Die meisten Beschwerden hat der Allergiker zu Beginn und Ende einer Heizperiode im Herbst und Frühjahr sowie morgens beim Aufwachen und beim Bettenmachen.

Was sind einfache Maßnahmen gegen Hausstauballergien? 

Entfernen Sie nach Möglichkeit alle "Staubfänger" wie Teppiche, Felle und Bettvorleger aus dem Schlafzimmer. Vermeiden Sie schwere Vorhänge, verwenden Sie statt dessen Jalousien oder leichte, häufig waschbare Vorhänge. Entfernen Sie Pflanzen, besonders in Hydrokultur, aus dem Schlafraum. Entfernen Sie alle Luftbefeuchter von den Heizkörpern. Kämmen und bürsten Sie nicht im Schlafzimmer die Haare! Lüften Sie das Schlafzimmer stets gründlich und halten Sie es kühl (nicht über 18°). Verwenden Sie möglichst keine Tagesdecke und lassen Sie das Bett auch tagsüber aufgedeckt.  Wenn Ihr Bad Zugang zum Schlafzimmer hat, achten Sie darauf, daß Feuchtigkeit nicht in den Schlafraum zieht. Suchen Sie nach Schimmelpilzwachstum an den Wänden, suchen Sie besonders hinter den Schränken! Der Fußboden im Schlafraum sollte häufig gewischt werden und aus fugenlosem, glattem Belag bestehen. Für Kinder gibt es Stofftiere aus milbendichtem und bei 60° waschbarem Material.

Welche Bettwäsche ist für Hausstauballergiker geeignet? 

Günstig sind Matratzen aus Schaumstoff oder Latex, die regelmäßig gut gelüftet und in die Sonne gelegt werden sollten. Wechseln Sie die Bettwäsche wöchentlich und waschen Sie sie mit mindestens 60° . Der Wäschetrockner ist eine sehr wirksame Waffe gegen Hausstaubmilben, noch viel wirksamer als das Waschen bei hohen Temperaturen, da Hausstaubmilben sehr empfindlich gegen Austrocknung sind. Das Gleiche gilt für Stofftiere: erst (!) im Trockner behandeln, dann anschließend den Milbenkot in der Maschine auswaschen. Oder sie packen die Stofftiere in einen Gefrierbeutel und frieren sie einen Tag ein, auch dies tötet die Milben.

Was kann ich tun, wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen? 

Es gibt spezielle Überzüge für Matratzen, Oberbetten und Kissen, die für die Milben undurchdringbar, aber dennoch atmungsaktiv und relativ hautfreundlich sind (Encasings). In Bettengeschäften und im Internet finden Sie weitere Informationen. Bei Partnerbetten müssen beide Seiten bezogen werden. Die Überzüge sind teuer, einige Krankenkassen übernehmen einen Teil der Kosten (ca. 50%)  und können die Bezüge auch direkt beim Hersteller beziehen. Die Verwendung dieser Überzüge ist die wirksamste Methode zur Verringerung von Hausstauballergie-Beschwerden!

Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine Desensibilisierung gegen Hausstaubmilbe versucht werden. Dabei wird in 14-tägigen Abständen eine Spritze unter die Haut gegeben, die den Körper unempfindlicher gegen die Hausstaubmilbe macht.